Wann haben Sie das letzte Mal geschrieben, einfach so, ohne es zu müssen?
Kreatives Schreiben schenkt uns einen Raum, in dem Gedanken Form annehmen und Gefühle leichter zugänglich werden. Viele Menschen erleben beim Schreiben mehr Ruhe, Klarheit und einen freundlicheren Blick auf sich selbst.
Dabei geht es nicht darum, perfekte Texte zu verfassen. Es geht darum, den eigenen Gedanken zu folgen – neugierig und ohne sie zu bewerten.
Einen inspirierenden Weg beschreibt Julia Cameron in ihrem Buch Der Weg des Künstlers. Sie empfiehlt die sogenannten Morgenseiten: Jeden Morgen drei Seiten schreiben – einfach alles, was gerade da ist. Die Idee hat mich inspiriert, weil sie zeigt, wie befreiend es sein kann, Gedanken einfach fließen zu lassen. Den Stift über das Papier gleiten lassen.
Ohne Anspruch. Ohne Zensur. Alles darf aufgeschrieben werden.
Oft entsteht dabei etwas Überraschendes. Neue Perspektiven und Ideen tauchen auf. Manchmal zeigen sich sogar Lösungen, die vorher nicht sichtbar waren.
Wenn wir die Worte einfach fließen lassen, ist es oft überraschend, was auf dem Blatt Buchstabe für Buchstabe entsteht.
Die Morgenseiten können zu einer lieben Gewohnheit werden, um in den Tag zu starten.
Sie müssen übrigens nicht morgens entstehen. Auch am Abend können sie helfen, den Tag loszulassen und Gedanken zu ordnen.
Das Wichtigste ist: einfach anfangen. Wort für Wort. Satz für Satz.
In meinen Beratungen erlebe ich immer wieder, wie befreiend Schreiben sein kann. Oft ist es der erste Schritt zu mehr Klarheit und einem neuen Blick auf die eigene Situation. Mich fasziniert besonders, wie Schreiben Menschen dabei unterstützen kann, sich selbst besser kennenzulernen und neue Seiten an sich zu entdecken.
Schreiben Sie manchmal nur für sich selbst? Welche Erfahrungen haben Sie damit gemacht?
Sigrid Fischer
Systemische Beratung
Beratung auch online möglich